Landeseissportverbände

Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) hat für die Olympia-Nach-Qualifikation der Eiskunstläufer*innen in Peking (China; 19. bis 21. September) den zweimaligen Junior Grand Prix-Medaillengewinner Genrikh Gartung nominiert. Der Vierfachspringer wird bei den Männern um einen Startplatz für Deutschland für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand (Italien) kämpfen.
 
Der Großteil der Startplätze für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand war im März bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 2025 in Boston (USA) vergeben worden. Dort konnte das DEU-Team zwei Olympia-Startplätze im Paarlaufen und einen Startplatz im Eistanzen erlaufen. Bei der Olympia-Qualifikation der Eiskunstläufer*innen in Peking werden vom 19. bis 21. September 2025 nun die verbleibenden Quotenplätze verteilt. Die International Skating Union (ISU) trägt die Olympia-Qualifikation, die bisher in die Nebelhorn Trophy in Oberstdorf eingebettet war, dieses Jahr als eigenes Format in Peking aus.
 
Für den Männer-Wettbewerb der Olympia-Qualifikation hat die DEU den Deutschen Juniorenmeister Genrikh Gartung nominiert. Der 17 Jahre alte Vierfach-Springer überzeugte bei seinem Saisonstart am vergangenen Wochenende beim Junior Grand Prix in Riga (Lettland) mit dem Gewinn der Bronzemedaille und wird für Deutschland um einen Olympia-Startplatz laufen. Der gebürtige Russe vom EC Oberstdorf mit deutschen Wurzeln, verfügt selbst noch nicht über die deutsche Staatsbürgerschaft, die ihn für eine Olympia-Teilnahme berechtigen würde.
 
Hohes technisches Niveau in den Sprüngen
 
"Deutschland bei der Olympia-Qualifikation zu repräsentieren und um einen Quotenplatz für Mailand zu kämpfen, ist eine große Ehre für mich und eine gute Möglichkeit, mich auf der großen Bühne zu zeigen", sagt Genrikh Gartung. Der Junior beherrscht ein hohes technisches Niveau in den Sprüngen, darunter seine Parade-Kombination Vierfach-Lutz-Dreifach-Toeloop. "Wir schicken mit Genrikh Gartung den Läufer ins Rennen, der die besten Chancen hat, einen Olympia-Startplatz für Deutschland zu sichern", sagt DEU-Sportdirektorin Claudia Pfeifer.
 
Eine deutsche Läuferin wurde für die Olympia-Qualifikation nicht gemeldet. Das DEU-Senioren-Testlaufen Mitte August in Oberstdorf brachte nach dem Karriereende der Deutschen Meisterin Kristina Isaev keine Kandidatin mit realistischen Aussichten auf das Erlaufen eines Startplatzes hervor. Für die nächste, junge Generation an Einzelläuferinnen geht es darum, sich in den kommenden Jahren im internationalen Seniorenbereich zu etablieren und bei den Olympischen Winterspielen 2030 in Frankreich wieder im Frauen-Wettbewerb präsent zu sein.
 
Es besteht noch die Chance auf die Olympia-Teilnahme einer deutschen Einzelläuferin im Rahmen des olympischen Team-Wettbewerbs, wenn sich das DEU-Team dafür qualifiziert. Dies entscheidet sich unter anderen anhand der Resultate bei den wichtigsten internationalen Wettbewerben im Saisonverlauf.
 
Text: Pamela Lechner
Foto: Tanja Flade