Landeseissportverbände

Der 30-fache Deutsche Meister Team Berlin 1 konnte bei den Weltmeisterschaften im Synchroneiskunstlaufen 2026 in Salzburg (Österreich) an seine guten WM-Platzierungen der Vorjahre anschließen und mit Rang sieben erneut ein sehr starkes Ergebnis erzielen.

Bei seinem Tango-Kurzprogramm begeisterte Team Berlin 1 die vielen deutschen Fans in Salzburg mit einer fehlerfreien Vorstellung und verschaffte sich mit Platz sechs eine optimale Ausgangsposition für die Kür-Entscheidung. Auch in der Kür lief das Team aus Berlin trotz eines Sturzes zu einer neuen Saisonbestleistung und kam mit der Gesamtpunktzahl von 197,60 Punkten nahe an die 200-Punkte-Marke. Damit reihte sich das erfolgreichste deutsche Synchron-Team auf dem siebten Platz ein - direkt hinter den sechs Teams der drei führenden Synchron-Nationen Kanada, USA, Finnland. Der WM-Titel ging an das kanadische Team Les Surpremes. Mit dem Ergebnis sicherte Team Berlin 1 erneut zwei deutsche Startplätze für die nächsten Weltmeisterschaften im Synchroneiskunstlaufen 2027.

"Wir haben in beiden Programmen eine Saisonbestleistung erreicht und wieder einen zweiten WM-Startplatz für Deutschland geholt. Damit haben wir das eigentliche Ziel erreicht", sagt die Berliner Team-Kapitänin Aida Aleskerova. "In der Kür haben wir uns zwei kleine Fehlerchen erlaubt, das hatte aber keine Auswirkung auf unsere Leistung, wir sind sehr zufrieden." Beide Programme lief das Team zu Musiken des Komponisten Gabriel Saban, eine Mischung aus klassisch und modern. Im Sommer will das Team seine Schritte und Skating Skills verbessern, bevor es im August ins Trainingslager zum Aufbau der neuen Programme geht. 

Das zweite deutsche Team, Team United Angels aus Stuttgart, musste im Kurzprogramm zwei Stürze verkraften und konnte sich in der Kür mit einer Saisonbestleistung von 146,38 Punkten von dem 17. Platz noch auf den 16. Rang verbessern. "Die Saison war schwierig, wir hatten viele Verletzte und Kranke bei Wettkämpfen. Die Saison hat uns zusammengeschweißt und die WM war so ein schöner Abschluss", sagt Team-Kapitänin Timea Fingerle. Und Team-Kapitänin Emilia Woyke ergänzt: "Bei einer Weltmeisterschaft Sesons Best, besser kann es nicht laufen, das fühlt sich unbeschreiblich gut an." Groß war die Freude beim Team auch über die vielen deutschen Fans im Publikum.

Weltverband stellt neues Format Synchro9 vor

Vor dem Kür-Wettbewerb stellte die International Skating Union (ISU) das neue Format Synchro9 vor, bei dem neun statt wie bisher 16 Läufer*innen in einem Synchron-Team laufen, und das bei den Olympischen Jugend-Winterspielen 2028 erstmals im Olympischen Programm sein wird. Die ISU strebt mit Synchro9 langfristig die Aufnahme in das Programm der Olympischen Winterspiele an. Die drei besten Nationen im Synchroneiskunstlaufen, USA, Kanada und Finnland, demonstrierten mit ihren Teams je ein Programm zu neunt auf dem Eis. Mit Tempo, Akrobatik und Kreativität begeisterte das neue Format auf Anhieb die Zuschauer. 

Ein Bild des neuen Formats machte sich vor Ort auch Team Leaderin und DEU-Geschäftsführerin Tatjana Wagner, die bei der Deutschen Eislauf-Union für die Disziplin Synchroneiskunstlaufen verantwortlich ist. "Die rasante Entwicklung im Synchroneiskunstlaufen der letzten Jahre zeigt sich nun auch in einem neuen Format. Synchro9 muss sicher noch seinen spezifischen Schwerpunkt finden, aber gerade am Anfang gibt es uns viele Chancen eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Sportart zu spielen", sagt Tatjana Wagner, die sich über das Abschneiden der deutschen Teams freute. "Team Berlin 1 hat gezeigt, dass das Team zur internationalen Spitze gehört. Ich bin sehr stolz, dass wir wieder die viertbeste Nation der Welt im Synchroneiskunstlaufen sind. Auch das Team aus Stuttgart hat sich in einer sehr starken Konkurrenz gut behauptet. Das Niveau war sehr hoch. Wir müssen unsere Trainer*innen und Teams mehr unterstützen, sodass wir in Zukunft weiterhin mithalten und uns entwickeln können."

Text: Pamela Lechner
Foto: International Skating Union (ISU)