
Die Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Sheffield (GBR; 14. bis 18. Januar 2026) sind diese Woche eine wichtige Station auf dem Weg zu den Olympischen Winterspielen in Mailand/Cortina (ITA; 5. bis 22. Februar 2026). Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) tritt bei der EM mit einem starken Team an: Die Paarläufer Minerva Hase/Nikita Volodin gehen als Titelverteidiger an den Start.
Einen ihrer größten Erfolge feierten Minerva Hase/Nikita Volodin vergangenes Jahr bei den Europameisterschaften in Tallinn (Estland) mit dem Gewinn des EM-Titels. Die kommende EM in Sheffield steht für das Paar aus Berlin vor allem unter dem Vorzeichen einer Generalprobe für die Olympischen Winterspiele in Mailand. Die kontinentalen Titelkämpfe sind der letzte Wettbewerb vor Olympia und nochmal eine Möglichkeit, Dinge auszuprobieren, um bereit zu sein für den großen Showdown in Mailand. "Wir wollen bei der EM als Team weiter Erfahrung sammeln und uns Sicherheit und Feedback holen. Danach haben wir noch drei Wochen Zeit bis Mailand, um Kleinigkeiten anzupassen. Die EM wird für uns eine Generalprobe für Olympia werden", sagte Minerva Hase beim DEU-Pressetermin in Berlin.
Das zweite deutsche Paar, Annika Hocke/Robert Kunkel, stand bei der EM 2023 schon einmal auf dem Podest und möchte zeigen, was es kann. "Unsere Vorbereitung auf die EM lief sehr gut", berichtet Annika Hocke. "Unser Ziel für Sheffield ist es, eine fehlerfreie Europameisterschaft zu laufen, den Auftritt zu genießen und zu zeigen, woran wir gearbeitet haben." Die Titelkämpfe sind für die Berliner auch eine Vorbereitung auf die Olympischen Spiele. "Trotzdem nehmen wir die EM genauso ernst, weil wir bei allen drei kommenden Groß-Events – EM, Olympia und WM – zeigen wollen, was wir können."
Stärkste EM-Konkurrenten für die Europameister Minerva Hase/Nikita Volodin im Kampf um die Medaillen sind die Georgier Anastasiia Metelkina/Luka Berulava. Nicht in der Meldeliste stehen die italienischen WM-Dritten Sara Conti/Niccolo Macii, die beim Grand-Prix-Finale 2025 in Japan als Zweite einen Platz vor Hase/Volodin gelegen waren.
Eistänzer visieren Top Ten an, EM-Debüt für Vierfachspringer Genrikh Gartung
Im Eistanzen visieren Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan die Top Ten an, um einen zweiten deutschen Startplatz für die Eiskunstlauf-EM 2027 in Lausanne (SUI) zu holen. "Das Ziel für die EM ist es, genauso gut zu performen wie bei der deutschen Meisterschaft und die Top Ten zu schaffen. Das ist ein realistisches Ziel, das nicht einfach zu erreichen wird, weil die internationale Konkurrenz in den letzten Jahren enorm angestiegen ist, aber auch wir haben uns gesteigert", meint Benjamin Steffan. Zusätzliche Motivation dürfte den beiden Oberstdorfern der unvergessliche Tag bei der Team D-Einkleidung in München gegeben haben. Zu den Favoriten auf die EM-Medaillen zählen Laurence Fournier Beaudry/Guillaume Cizeron, Frankreichs Olympiasieger mit neuer Partnerin, und die Briten Lilah Fear/Lewis Gibson, die beim Grand-Prix-Finale 2025 auf dem Podest standen.
Bei den Männern darf man auf das EM-Debüt von Genrikh Gartung gespannt sein. Der 18-Jährige vom EC Oberstdorf sicherte sich mit seinem ersten deutschen Meistertitel im Dezember das Ticket für seine erste EM-Teilnahme. Sprungtechnisch kann der dreimalige Junior-Grand-Prix-Medaillengewinner mit der europäischen Konkurrenz schon mithalten und plant einige Vierfachsprünge in seinen Programmen. "Genrikh Gartung wollen wir bei seinem ersten Auftritt bei der EM gut positionieren, eine bestimmte Platzierungsvorgabe gibt es für sein Debüt nicht", sagt DEU-Sportdirektor Jens ter Laak über den Neuling im EM-Team. Einer der Anwärter auf die vordersten Plätze bei den Männern ist der Italiener Daniel Grassl, der im Grand-Prix-Finale als Vierter nur knapp eine Medaille verpasste. Abgesagt hat die EM der zweimalige Europameister Adam Siao Him Fa aus Frankreich.
Nach den Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Sheffield steht mit den Olympischen Winterspielen in Mailand/Cortina (ITA; 5. bis 22. Februar 2026) das Saison-Highlight bevor. Erfüllt haben die Olympianorm im Eiskunstlaufen die Paarläufer Minerva Hase/Nikita Volodin und Annika Hocke/Robert Kunkel, die im Anschluss an die EM am 19. Januar zur Team D-Einkleidung in München sein werden, sowie die Eistänzer Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan. Die Olympia-Nominierung erfolgt am 20. Januar 2026 durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Mit der nach-olympischen Eiskunstlauf-WM in Prag (CZE; 24. bis 29. März 2026) findet in dieser Saison noch ein drittes Groß-Event in der Sportart statt.
Mehr zur Eiskunstlauf-EM 2026 Sheffield:
Weitere Informationen zu den Eiskunstlauf-Europameisterschaften (Zeitplan, Teilnehmerlisten, TV-Übertragung etc.) gibt's auf der DEU-Event-Seite.
Text: Pamela Lechner
Foto: International Skating Union



















