Landeseissportverbände

Die DEU-Paarläufer Minerva Hase/Nikita Volodin haben in der Kür-Entscheidung der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand die Bronzemedaille gewonnen. Annika Hocke/Robert Kunkel komplettierten das starke Abschneiden der deutschen Paare mit einer Top Ten-Platzierung.

Nach einem Weltklasse-Kurzprogramm waren Minerva Hase/Nikita Volodin vor der Olympia-Kür in Führung gelegen. In ihrem wunderbaren Kürprogramm lief von Beginn an nicht alles wie geplant. Eine unsaubere Landung von Minerva Hase bei der anspruchsvollen Dreifach-Toeloop-Doppelaxel-Doppelaxel-Sprungsequenz und ein nur einfach gesprungener Salchow machten gleich zu Beginn eine ganz vordere Platzierung unmöglich. Danach zeigten die Vizeweltmeister starke Nerven und brachten alle weiteren Elemente aufs Eis. Mit 219,09 Punkten durften sich die Vizeeuropameister bei ihrer gemeinsamen Olympiapremiere über Bronze freuen. Gold ging an die Japaner Riku Miura/Ryuichi Kihara (231,24 Punkte), Silber an die Georgier Anastasiia Metelkina/Luka Berulava (221,75 Punkte). 

"Wir sind sehr glücklich und erleichtert, dass es für die Bronzemedaille gereicht hat. Es ist egal, welche Farbe die Medaille hat. Wir sind sehr stolz, dass wir nach drei Jahren Zusammenlaufen bei unseren ersten Olympischen Spielen eine Medaille mit nach Hause nehmen dürfen", sagte Minerva Hase. "Natürlich sind wir mit unserer Leistung nicht 100 Prozent zufrieden, vorallem ich, weil ich die Fehler gemacht habe. Aber ich bin trotzdem sehr stolz auf uns, wie wir nach dem Salchow zurück ins Programm gefunden haben. Wir haben das Programm nicht verloren und bis zum Ende um jeden Punkt gekämpft. Das hat uns dabei geholfen, dass wir noch aufs Treppchen gekommen sind." Nach dem Paarlauf-Olympiasieg von Aljona Savchenko/Bruno Massot 2018 holten Hase/Volodin somit wieder eine wertvolle Olympia-Medaille für den deutschen Eiskunstlauf.

Hocke/Kunkel mit fantastischer Kür in den Top Ten

Das zweite Paar aus Berlin, Annika Hocke/Robert Kunkel, hat zuvor eine fantastische Kür abgeliefert und ist wie schon im Kurzprogramm fast fehlerfrei durchgekommen. Sehr stark war ihr Parade-Element, der Dreifach-Wurfrittberger, der den letzten Teil ihrer Kür zum stimmungsvollen Hit "I’d Do Anything for Love" einleitete. Zum Abschluss begeisterten die EM-Vierten das Publikum einmal mehr mit ihren Show-Elementen, bei denen Kunkel seine Partnerin durch die Luft schleudert. Mit der Saisonbestleistung von 194,11 Punkten konnten sich die Berliner noch um einen Platz verbessern und auf den zehnten Rang nach vorne schieben. Mit ihrem Programm zeigten sich Hocke/Kunkel bei ihren ersten gemeinsamen Olympischen Spielen sehr zufrieden, mit der Punktzahl wie bereits im Kurzprogramm nicht.

Annika Hocke/Robert Kunkel in den Top Ten

Nach der Handverletzung von Robert Kunkel und einer Erkältung von Annika Hocke kurz vor den Winterspielen freute sich das Paar um so mehr über den großen Auftritt. "Ich bin einfach froh, dass wir hier sein können", sagte Annika Hocke. "Irgendwo im Herzen wussten wir, dass wir es draufhaben. So schlimm die Verletzung auch war, umso mehr hat sie uns zusammengeschweißt und uns noch mehr Stärke gegeben." Ihr persönliches Ziel haben sich die Deutschen Vizemeister erfüllt: "Wir wollen das unterhaltsamste Programm zeigen – bei dem die Leute mitgehen und das auf Social Media abgehen kann", sagte Robert Kunkel. Darauf sind ihre Show-Elemente im Choreo-Schritt ausgelegt.

"Die Deutsche Eislauf-Union hat im Paarlauf-Wettbewerb die Ziele des Erringens einer Medaille und einer Top Ten-Platzierung bei den Olympischen Winterspielen erreicht. Damit gehen wir mit positiven Aussichten in die abschließenden Weltmeisterschaften im tschechischen Prag", sagt DEU-Sportdirektor Jens ter Laak. Den bisher fünf gewonnenen internationalen Medaillen in dieser Saison (Grand Prix-Serie, EM & Olympia) könnten Minerva Hase/Nikita Volodin bei der WM 2026 in Prag (Tschechien; 24. bis 29. März) eine sechste hinzufügen.

Text: Pamela Lechner
Foto: AFP (1) / Robin Ritoss (2)