
Die Olympia-Zehnten im Paarlaufen Annika Hocke/Robert Kunkel sind nach vier Jahren Trainingsaufenthalt im italienischen Bergamo in ihre Heimat zurückgekehrt und haben ihren Haupttrainingsstandort wieder am Bundesstützpunkt in Berlin. Betreut werden die WM-Siebten dort auf ihrem Weg zu den Olympischen Winterspielen 2030 in Frankreich von Nolan Seegert, der als neuer DEU-Bundesstützpunkttrainer beschäftigt wird.
In der vergangenen Olympiasaison haben Annika Hocke (26) und Robert Kunkel (27) die Zuschauer in den Eishallen und an den Bildschirmen mit ihren unterhaltsamen Weltklasse-Programmen und spektakulären Elementen wie dem "Head Banger" begeistert. Mit Platz zehn bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Platz sieben bei den Weltmeisterschaften in Prag liegt eine fantastische Saison hinter den Berlinern. Das Publikum hat sie mit Standing Ovations gefeiert. Den Weg des Entertainment-Eiskunstlaufens will das Paar weitergehen und plant eine Fortsetzung der Karriere bis zu den Olympischen Winterspielen 2030 in Frankreich. „Es ist der große Plan, bis Olympia 2030 weiterzulaufen“, sagt Robert Kunkel. Mit Start des neuen Olympiazyklus haben die Deutschen Vizemeister ihren Trainings- und Wohnort zurück in ihre Heimat verlagert.
Seit Juni trainieren Annika Hocke/Robert Kunkel wieder fest am Bundesstützpunkt Berlin, wo sie bereits einen Teil ihrer Olympiavorbereitung auf Mailand bestritten. Vor vier Jahren waren sie ins italienische Paarlaufzentrum Bergamo gegangen, weil es damals aus ihrer Sicht keinen passenden Trainer und keine weiteren Top-Paare in Berlin gab. „Das alles hat sich in Berlin jetzt geändert und wir haben dem Ganzen in der Olympiavorbereitung eine Chance gegeben und waren damit sehr zufrieden. Wir wollen die Vorteile, die Berlin mit der medizinischen Versorgung, der Physiotherapie und dem Standort bietet, nutzen“, erklärt Kunkel die Entscheidung. „Das Wichtigste für uns war immer der Trainer, den es mit Nolan nun für uns gibt, und es ist auch schön, wieder zu Hause zu sein.“
Zwei deutsche Weltklasse-Paare am Bundesstützpunkt Berlin
Das Kapitel Bergamo und sich dort einer starken internationalen Trainingsgruppe anzuschließen, war damals die richtige Entscheidung. „Wir bereuen es nicht, nach Bergamo gegangen zu sein, sonst hätten wir nicht die EM-Medaille und den Grand-Prix-Sieg geholt“, blickt Kunkel zurück. Bronze bei der EM 2023 und Platz fünf bei der WM 2024 sind aus dieser Zeit ihre bislang besten Meisterschaftsresultate. Seit Dezember 2024 ist Nolan Seegert, ehemaliger Olympia-Teilnehmer mit Minerva Hase, schon Teil ihres italienischen Trainerteams um Ondrej Hotarek gewesen. Intensiver wirkt der 34-Jährige aber erst seit der vergangenen Saison mit und wird Hocke/Kunkel nun im täglichen Training anleiten. „Nolan ist sehr engagiert und zuverlässig und ein Trainer, der seinen Job für die Sportler und den Sport macht“, sagt Robert Kunkel über den ehemaligen Konkurrenten. Hotarek wird weiter Teil des Trainer-Teams bleiben.
Mit der Rückkehr von Annika Hocke und Robert Kunkel trainieren beide deutsche Weltklasse-Paare, die Eiskunstlauf-Deutschland in der Olympiasaison so begeistert haben, mit dem Fernziel Olympische Winterspiele 2030 in Berlin. Die Weltmeister und Olympia-Dritten Minerva Hase/Nikita Volodin werden dort vor Ort wie bisher von Knut Schubert und aus der Ferne von Dmitry Savin gecoacht. Hocke/Kunkel sind es aus Bergamo gewohnt, sich das Eis mit anderen Top-Paaren zu teilen. „Wir hoffen, dass wir auch in Berlin davon profitieren“, sagt Annika Hocke, für die sich die Eishalle 2 im Sportforum noch genauso vertraut anfühlt. „Dass die Trainingszeiten hier immer eine Stunde lang sind, ist sehr angenehm, in Bergamo waren es nur 40 Minuten“, freut sich Robert Kunkel.
Neue "entertaining" Programme für 2026/2027
Die Programme für die neue Saison 2026/2027 sind im Aufbau. Das Kurzprogramm wird mit Choreograph Joti Polizoakis in Berlin einstudiert. Die Choreographie des Kür-Programms baute das Paar bei Luca Lanotte in der Olympiastadt Mailand auf. „Es wird wieder entertaining, mehr verraten wir noch nicht“, kündigt Annika Hocke an. Für die kommenden Jahre sehen die Olympia-Zehnten viele Verbesserungsmöglichkeiten, an denen sie arbeiten möchten. „Wir können uns noch überall weiterentwickeln, es gibt nichts, wo wir sagen können, da sind wir perfekt“, sagt Robert Kunkel. „Gerade mit den neuen Regeländerungen, der neuen Choreo-Hebung und Choreo-Pirouette, kommt noch mehr Kreativität ins Spiel und wir haben für alle Elemente Ideen, wo wir uns verbessern können, auch im Läuferischen, in der Prävention und Reha. Da sind keine Grenzen gesetzt.“
Die Vorbereitung auf die Olympiasaison hatte eine Handverletzung von Kunkel erschwert, daraus haben sie mit ihren erfolgreichen Auftritten definitiv das Beste gemacht. Nach ihrem gemeinsamen Karriere-Highlight der Olympischen Winterspiele 2026 ist die Motivation weiter hoch und hilft auch die harten Trainingseinheiten im Sommer durchzuziehen. „Wenn man den Großteil der Zeit das tun kann, was man liebt und vor Publikum laufen darf, das so mitgeht wie bei Olympia oder der WM, dann machen wir unseren Sport super gerne, so lange wie es irgendwie geht, weil es ein großes Privileg ist“, meint Annika Hocke. Die Zuschauer dürfen sich also noch mindestens vier weitere Jahre auf ihre beliebten Programme freuen.
Text: Pamela Lechner
Foto: @vi_visuals_



















