Landeseissportverbände

Deutsche Jugendmeisterschaften und Deutsche Meisterschaften im Synchron-Eiskunstlauf ​in Berlin 2020

Bericht des DEU-Vizepräsidenten, Reinhard E. Ketterer

 

Mit 173 Punkten holte sich das TEAM Berlin 1 am 11. und 12. Januar im heimischen Erika-Hess-Eisstadion vor rund 800 Zuschauern den 25. Meistertitel in Folge. Die Mannschaften aus Dresden und Stuttgart stiegen als zweite und dritte auf’s Treppchen. Einige Insider sind der Auffassung, dass mit diesem Leistungsniveau wieder ein top-ten-Ergebnis bei Weltmeisterschaften möglich sein wird. Besonders das Kurzprogramm nach modernen Hip-Hop-Rhythmen fand beim Publikum Anerkennung und unterstützt diese Prognose. Mit sieben Teams war die Mixed Age Kategorie sehr gut besetzt. Am Ende hatten die Saxony Ice Pearls aus Dresden die Nase vorn. Silber holten die Butterfl’ice aus Neuss vor Munich Synergy. Der Juniorentitel ging ebenfalls nach Berlin. Beinahe 100 Punkte und ein sehr guter Gesamteindruck werden jedoch für eine internationale Konkurrenzfähigkeit nicht ganz reichen. Die Messlatte für die ersten zehn Plätze bei Junioren-Weltmeisterschaften liegt  bei etwa 135 Punkten. Auch in der Nachwuchsklasse stiegen die Berliner Mädchen zuerst auf das Treppchen. Sie zeigten, dass es in der Hauptstadt neben dem besten deutschen Meisterklasseteam auch eine Struktur gibt, wie sie für erfolgreiche Mannschaftssportarten typisch ist. Die Skating Graces Novice wurden zweite und Bronze blieb für die Ice Starlets aus Bayern.

Die Jugendklasse als ‚zweite Bundesliga‘ der Juniorenklasse emanzipiert sich zusehends. Speziell im Kurzprogramm, wo der Druck bezüglich Höchstschwierigkeiten kaum signifikant ist, sah man sehr ansprechende Programme. Die Fehlerquote war gering und Stürze gab es kaum. Unverständlich allerdings bleibt, warum in diesem engen Feld zu wenig versucht wird über Pirouetten und Komponenten zu punkten. Zwischen Platz elf und vier lagen nach dem Kurzprogramm gerade einmal drei Punkte. Schiedsrichterin, Anja Rist, vermutet, „dass die Sportler*innen gerade bei den Pirouetten den Fokus auf die Anzahl der Features, also auf den Level legen und damit die Qualität der Ausführung (GOE) vernachlässigen. Dabei könnte man gerade über die Ausführungsnote richtig Punkte rausholen.“  Nach der Kür lagen dennoch immerhin fünf von 35 Sportlerinnen über der 100 Punkte Marke. Den Titel holte sich Chiara Höhensteiger (105,73) gefolgt von Michele Ehemann, Alexandra Alscher, Anna Matilda Fellinger und Sandra Gamböck. Mit einem kleinen Kick nach oben darf man den jungen Damen durchaus die Reife für die Juniorenklasse attestieren.

Gleiches gilt für das Siegertrio bei den jungen Männern. Roman Grigoriev, Vincent Holzheuer und Korbinian Steinsailer zeigten ansprechende Programme in denen auch brillante Doppel-Axel nicht fehlten.

Dirk von Loesch, der Kunstlaufobmann im Berliner Eissport-Verband e.V., ist kein ehemaliger Eiskunstläufer. Trotzdem hatte er die tolle Idee die Auslosung mit einem kurzen Schaulaufen zu verbinden. Dieser Eventcharakter ist, genau wie im Vorjahr, bei Publikum, Sportlern und Preisrichtern sehr gut angekommen.

Nach drei Deutschen Meisterschaften in Mannheim, Oberstdorf und nun in Berlin ist es dem Präsidium der DEU ein Anliegen, sich bei allen ehrenamtlichen Helfern zu bedanken. Diese Meisterschaften sind ohne ehrenamtliche Hilfe kaum zu stemmen. Stellvertretend für alle Helfer sei nicht zuletzt Frieder Dieck erwähnt. Er hat ehrenamtlich an allen drei Austragungsorten die Sporttechnische Leitung übernommen und für einen reibungslosen Ablauf der Meisterschaften gesorgt.

 

 

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