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Die Paarlauf-Olympiasieger Aljona Savchenko und Bruno Massot haben ihre Karriere beendet. Die Goldmedaillengewinner der Olympischen Winterspiele 2018 gaben am Wochenende in den sozialen Medien bekannt, dass sie nicht mehr in den Wettkampfsport zurückkehren werden. Beide arbeiten weiterhin als Trainer.

Paarlauf-Star Aljona Savchenko, die insgesamt 23 internationale Medaillen für die Deutsche Eislauf-Union (DEU) gewonnen hat, hatte bis zuletzt mit einem Comeback in der kommenden Olympiasaison geliebäugelt. Dementsprechend schwer ist ihr der offizielle Rücktritt vom Wettkampfsport gefallen. "Es war eine extrem schwierige Entscheidung und ich kämpfe immer noch mit mir selbst", schrieb die 37-Jährige bei Instagram. "Ich liebe wirklich das Adrenalin von Wettkämpfen, mich selbst über das Limit zu pushen und das tägliche Training. Ich hatte gehofft, unsere Karriere fortsetzen zu können, aber leider fehlen einige Teile des Teams!" Die Corona-Situation habe die Sache zusätzlich erschwert. 

Ihren letzten Wettkampf waren Aljona Savchenko und Bruno Massot bei den Weltmeisterschaften 2018 in Mailand (Italien) gelaufen, wo sie einen Monat nach den Winterspielen erneut Gold gewannen. Anschließend legten sie eine Pause ein und hielten sich die Option auf ein späteres Comeback offen. Beide wurden mit ihren jeweiligen Partnern in der Zwischenzeit Eltern und begannen als Trainer zu arbeiten. Vor drei Monaten waren Aljona Savchenko und Bruno Massot nochmal bei einer Show in Italien aufgetreten und hatten dafür zusammen in Oberstdorf trainiert.

Olympia-Kür bleibt für die Ewigkeit

Auch Bruno Massot (32) hatte über den Schritt lange nachgedacht und gab auf Instagram einen Einblick in seinen Reflexionsprozess: Könnte er das intensive Training mit seiner Karriere als Coach vereinbaren? Und wäre er überhaupt bereit ohne seinen tragisch früh verstorbenen Trainer Jean-François Ballester nochmal Wettkämpfe zu bestreiten? Der Franzose mit deutscher Staatsbürgerschaft kam zu dem Schluss: "Wir haben unseren Weg mit etwas Magischem beendet und ich denke, es ist jetzt der richtige Zeitpunkt den Rücktritt als Sportler zu erklären."

Das Magische war die Gold-Kür bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang (Südkorea), die der Eiskunstlauf-Welt für immer in Erinnerung bleiben wird. Mit einer kämpferischen und perfekten Leistung konnte sich das Paar – betreut von Alexander König und Jean-François Ballester – noch vom vierten Platz nach dem Kurzprogramm den Traum vom Olympia-Gold erfüllen. Millionen Zuschauer ließen sich von dem Programm "La terre vue du ciel", choreografiert vom britischen Eistanz-Olympiasieger Christopher Dean, verzaubern. "Es war eine Sensation, eine Jahrhundert-Kür", blickte der langjährige DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf auf das große Finale zurück.

Wiedersehen als Trainer und bei Shows

Für die ehrgeizige Aljona Savchenko war der Olympiasieg die Krönung einer einzigartigen Karriere. Mit insgesamt 23 internationalen Medaillen dekoriert ist die gebürtige Ukrainerin, die 2003 nach Chemnitz kam, und unter Ingo Steuer zur Weltklasse-Paarläuferin wurde, eine absolute Ausnahme-Sportlerin. Mit ihrem ersten Partner in Deutschland Robin Szolkowy hatte sie unter anderem fünf WM- und vier EM-Titel errungen sowie 2010 und 2014 zweimal Olympia-Bronze gewonnen. Robin Szolkowy hatte seine sportliche Laufbahn nach dem WM-Sieg 2014 beendet. Mit Bruno Massot fand Aljona Savchenko für ihren zweiten Karriereabschnitt den idealen Partner.

"Ein großer Dank geht an die Deutsche Eislauf-Union, die Trainer, Physiotherapeuten, Ärzte und unsere unglaublichen Fans, Freunde und Familie", schrieb Aljona Savchenko zum Abschied. Bruno Massot freut sich auf ein Wiedersehen in den Eishallen als Trainer und bei Shows. Der Franzose will sich nun auf sein neues Leben als Coach fokussieren und in seiner Heimatstadt Caen ein Trainingszentrum für Paar- und Einzelläufer aufbauen. Aljona Savchenko arbeitet derzeit als Trainerin in Oberstdorf. 
 

Foto (Hella Höppner): Das legendäre Unendlichkeitszeichen von Aljona Savchenko und Bruno Massot

Autor: Pamela Lechner

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